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Blickpunkt Senioren und Seniorinnen

In der Rubrik „Blickpunkt Senioren und Seniorinnen“ wollen wir verschiedene Standpunkte von Menschen über 70 Jahre veröffentlichen. Inhaltlich geht es um Themen wie: Digitalität, Technik und Kommunikation im Alter. Die Auswahl der Gesprächspartner ergibt sich durch persönliche  Begegnungen der Gründer von Telemarie mit älteren Menschen.

Hier ist ein Auszug des ersten Gesprächs mit Christoph, 74, der in Berlin-Neukölln lebt. (Oktober/2021)

Telefonieren sie per Festnetz oder mit dem Handy?

Beides. Beim Handy ist die Tonqualität natürlich besser als beim Festnetz. Ich habe das Handy normalerweise immer dabei.

Verwenden sie Videotelefonie?

Die entscheidende Frage war für mich eigentlich: Zoom oder nicht Zoom. Ich mache Musik und dann ist die Tonqualität doch ziemlich schlecht. Ich geb noch Saxophonunterricht und das haut dann nicht so gut hin und dann hab ich mir gesagt, ich lass das einfach.

Wie haben sie während Corona mit ihrer Familie und ihren Freunden und Freundinnen kommuniziert? 

Ganz eindeutig mit dem Telefon!

Interessiert sie Videotelefonie ?

Eigentlich nicht! In speziellen Zusammenhängen evt. Ich hab eine Großnichte und die freut sich über sowas natürlich aber sonst eigentlich nicht. Ich telefoniere recht gern aber die optische Komponente brauche ich überhaupt nicht.

Ich hab ein Festnetztelefon, ein Handy und ein Laptop und ein Tablet. Ich bin mit Leuten in Kontakt über Telegram und Whats app. Das sind die beiden Sachen auf dem Laptop.

Wie oft telefonieren sie mit Freunden in der Woche?

Vielleicht kann man sagen, so im Schnitt 2 1/2 Stunden in der Woche. Das war vor Corona wesentlich weniger.

Wenn ihnen Freunde und Freundinnen Fotos senden – über welchen Kanal passiert das?

Über Whats app oder über einen Link.

Sie sagen, dass sie auch ein Tablet besitzen. Welche Programme verwenden sie?

Da sind zum einen Musik-Apps. Und Ebay- Kleinanzeigen. Auch zum Zeitungslesen auf spiegel-online oder sueddeutsche Zeitung und das ist tägliche Routine- das mache ich relativ viel.

Verwenden sie als Handy ein Smartphone?

Ein älteres Smartphone – also es ist gerade so, dass ich zum Beispiel die Corona-App nicht auf mein Smartphone kriege.

Was würde den Umgang mit Computern, Seniorentablets , Senioren Handys für sie erleichtern? 

Das kann ich ganz klar sagen: Ich habe jemanden für große technische Probleme- der kommt dann und macht dann ein bisschen was und dann kostet das Geld.

Aber für niedrigschwellige Fragen fehlt mir jemand. Also „Cloud“  das würde mich schon interessieren oder die Frage wie kann ich zum Beispiel ein Musikstück verschicken?

Es gibt so kleine Sachen. Zum Beispiel hat sich der Browser Bing irgendwie bei mir eingenistet und ich werde Bing nicht mehr los- das sind solche Sachen, die mich ärgern. Ich hab es scheinbar irgendwann aus Versehen installiert aber nun ist es da. Normalerweise verwende ich Firefox. Ich hab wahrscheinlich irgendeine App runtergeladen und aus Versehen „Bing“ mit angeklickt.

Genauso beim Smartphone! Ich hab eine Bekannte  habe, die ist allerdings 80 und sie ist total verzweifelt und sie wusste gar nicht: Wie fummel ich mich jetzt da rein? Das ist kein Problem wenn man Kinder hat oder die Enkelkinder wissen es meistens. Da gibt´s dann relativ wenig Infos- gerade zum Beispiel : diese Corona App bekomme ich nicht auf mein Smartphone. Da wusste ich gar nicht ist es jetzt meine Unfähigkeit oder ist es das Smartphone. Das Smartphone ist genauso rätselhaft für viele Leute und mich ab und zu wie ein Laptop.

Zwei Tage nach unserem Gespräch fügte Christoph per Mail hinzu:

Mir ist noch eingefallen: große Hilflosigkeit gibt es mit zunehmendem Alter im Tarifdschungel. Günstige Internet-Tarife, Smartphone-Kauf, Vertragskündigungen und so.

Lässt sich per Website sicher nicht lösen. Aber Links zu vertrauenswürdigen Beratungsangeboten wären ungemein hilfreich.

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Update Telemarie

Nun sind 9 Monate vergangen seit unserer Förderung beim Startup Incubator Berlin und wir haben viel erreicht. Wir arbeiten weiter daran die digitale Kommunikation für Senior:innen so einfach wie möglich zu gestalten.
Durch zahlreiche Interviews mit Senior:innen und ihren Angehörigen, haben wir Erkenntnisse gewonnen, welche in die Entwicklung der Telemarie eingeflossen sind. Wir haben gelernt, dass die Kombination von Hardware und Software länger dauert als (von mir) gedacht – vor allem was Design, die Ständer, die Materialien und Griffe angeht.
Die Reduktion der Funktionen war von Anfang an eine gute Entscheidung, da Videotelefonie und das Teilen von Medien die Kernprobleme sind, die wir lösen wollen- zumindest für den Anfang. Die Ein-Knopf- Lösung ist nach wie vor in die Telemarie integriert. Die Videotelefoniesoftware haben wir selbst entwickelt – der Vorteil dadurch ist, dass wir alle Funktionen und Symbole für Senior:innen anpassen können.

Unsere Telemarie  sieht nun so aus: Die Einfachheit der Bedienung der Software sowie des Gerätes haben für uns die höchste Priorität!

 

Um die Idee weiter voran zu treiben, möchten wir die Telemarie im breiten Kreis testen. Wir haben schon einige Geräte verkauft und werden diese in den kommenden Wochen ausliefern. Aber wir würden uns freuen, wenn ihr auch dazu gehören würdet.
Habt ihr Eltern oder Großeltern, die ihr gern per Video sehen wollt und denen ihr gern Fotos und Videos zeigen wollt? Oder kennt ihr jemanden, die unser Vorhaben interessieren könnte? Wenn ja, dann würden wir uns freuen, wenn wir ins Gespräch kommen können. Bei Fragen oder Anregungen meldet euch gern bei uns. info@telemarie.de oder ruft an :0178/5370195